Erkrankungen

Unterschenkelkrampfadern München: Welche Diagnostik und welche Therapie sind zu empfehlen?

Unterschenkelkrampfadern sind immer Folge der Erkrankung einer anderen, meist größeren Vene. Krampfadern (Varizen, wie der Mediziner sagt) am Unterschenkel sind praktisch immer das Symptom und die Folge einer Venenkrankheit, stellen aber nicht die Erkrankung selbst dar. Anders gesagt: Es gibt in allen Fällen eine Erkrankung einer anderen, meist größeren Vene (z.B. Stammvene), welche diese Unterschenkelkrampfadern verursacht.

Ursachen behandeln und nicht nur die Folge

Zur dauerhaften Entfernung und Behandlung der Unterschenkelvarizen muss die Ursache (das heißt die kranke größere Vene) behandelt werden und nicht nur die Unterschenkelkrampfadern als Folge.

 

Dr. Florian Netzer berät Sie gerne ausführlicher zu diesem Thema. Fragen Sie jetzt an!

venendiagnostik muenchen 02 - Unterschenkelkrampfadern

Die Große Rosenvene

Die häufigste Ursache für Krampfadern unterhalb der Knieebene ist ein Klappendefekt im Bereich der oberflächlichen langen Stammvene, welche als Große Rosenvene oder – medizinisch – als Vena saphena magna bezeichnet wird.
Diese Vene ist im Normalfall nur etwa drei Millimeter stark und läuft vom Innenknöchel (vor dem sie auch beim Gesunden meist gut sichtbar ist) über die Innenseite des Unterschenkels und des Knies und des Oberschenkels bis in die Leiste, wo sie in das tiefe, innere Venensystem mündet. Sie trägt auf dieser Strecke bis zu 20 Venenklappen (meist 15), durch welche das Blut langsam wie auf ein Leiter und deren Sprossen quasi von Venenklappe zu Venenklappe „steigt“.

Defekte Große Rosenvene

Ist die Große Rosenvene defekt, also funktionieren ihre Klappen nicht mehr, steigt das Blut nicht mehr auf, sondern staut sich nach unten.
Meist beginnt dieser Prozess durch einen Defekt der obersten beiden Venenklappen, direkt an der Mündung („Crosse“ oder „Venenstern“ sagen die Mediziner dazu). Durch den nach unten entstehenden Druck gehen nach und nach die anderen Venenklappen von oben nach unten kaputt – ein Dominoeffekt.
Erreicht dieser Dominoeffekt der defekten Klappen von der Leiste abwärts erst einmal das untere Drittel des Oberschenkels, beginnen sich meist schon Krampfadern am Unterschenkel zu bilden. Sie entstehen dadurch, dass der durch den Rückstau erhöhte Druck kleine Seitenvenen erreicht, diese quasi „aufbläht“ und zu funktionslosen, hässlichen Krampfadern macht.

Dauerhafte Problemlösung

Um dies Problem dauerhaft zu lösen, reicht es natürlich nicht, die Unterschenkelvarizen zu behandeln (und zwar egal wie), sondern man muss die Ursache, sprich die Große Rosenvene, behandeln.
Wird diese Vene, deren Rückstau zu verschiedensten Problemen wie einer Venenentzündung („Thrombophlebitis“), Thrombose oder sogar zu einem Offenen Bein (langfristig versteht sich) führen kann, entfernt, so verschwinden die Unterschenkelvarizen in der Regel langsam von selbst.
Das hat natürlich den Vorteil, dass man im Bereich dieser Venen keine zusätzliche Behandlung durch Schnitte, Stiche oder auch Injektionen braucht: je weniger aber der relativ dünnen Gewebsschicht am Unterschenkel zugemutet wird (und jede Behandlung stellt ein mehr oder weniger großes Trauma dar), umso besser werden langfristig sowohl die medizinischen als auch die kosmetischen Ergebnisse.