Erkrankungen

Krampfadern diagnostizieren & behandeln in München

Was sind Krampfadern?

Krampfadern sind krankhaft erweiterte, sich stark schlängelnde Venen. Sind sie einmal vorhanden, bilden sie sich nicht mehr zurück. Medizinisch werden Krampfadern als Varizen bezeichnet und das Vorhandensein von Varizen als Varikosis.

Wie entstehen Krampfadern?

Die Zellen unseres Körpers brauchen pausenlos Sauerstoff und Nährstoffe. Gleichzeitig müssen die Abfallprodukte, die in den Zellen entstehen, abtransportiert werden. Für diese Ver- und Entsorgung ist unser Blutkreislauf zuständig. Die Arterien versorgen den Körper mit frischem, sauerstoffreichem und nährstoffhaltigem Blut, die Venen bringen das „verbrauchte“ Blut zum Herzen zurück. Im Vergleich zu den Arterien sind die Wände der Venen dünner und elastischer. Auch sind die Venen mit einer Vielzahl von sogenannten Venenklappen ausgestattet. Diese verhindern, dass das Blut, das aus der Peripherie (Arme, Beine) Richtung Herz transportiert wird, wieder „nach unten fließt“ – zum Beispiel beim langen Stehen.

venendiagnostik muenchen 02 - Krampfadern

Eine angeborene Wandschwäche der Venen, die meist mit einer leichten allgemeinen Bindegewebsschwäche einhergeht, kann zu einer Ermüdung der dünnen Venenwände führen, in der Folge sich die Venenwände erweitern. Das Blut fließt nicht mehr richtig zurück und erhöht den Druck auf die zarten Venenklappen. Werden diese beschädigt und in ihrer Schließfunktion eingeschränkt, kommt es zu einer Ausdehnung der Venenwand. Schließlich sackt die Vene aus, schlängelt sich und verliert ihre Funktion.

In den meisten Fällen entstehen Krampfadern durch eine anlagebedingte Venenschwäche.
Faktoren wie

• Übergewicht
• stehende oder sitzende Tätigkeit
• wenig körperliche Aktivität

wirken verstärkend. In seltenen Fällen können Krampfadern auch ohne diese Faktoren auftreten, bei schlanken Sportlern beispielsweise.

Wie gefährlich sind Krampfadern?

Leider werden Krampfadern vielfach immer noch als in erster Linie ästhetisch-kosmetisches Problem abgetan. Venenerkrankungen entstehen schleichend. Unbehandelt können sich im Laufe der Jahre schwere Folge-Erkrankungen entwickeln.

Wie oben erwähnt, ist es Aufgabe der Venen, „verbrauchtes“ Blut aus den Zellen zum Herzen zurück zu transportieren. Ferner haben Venen die Aufgabe bei körperlicher Anstrengung (zum Beispiel Sport) aus ihren Speichern schnell mehr Blut zur Verfügung zu stellen und auch in der Regulation der Körpertemperatur übernehmen sie wichtige Funktionen.

In krankhaft erweiterten Venen versackt Blut in der Peripherie und führt bedingt durch mangelnden Austausch von verbrauchtem mit frischem Blut zu Sauerstoffarmut und einer Anhäufung von Stoffwechselresten und Säuren.
Dies kann zu einer mangelnden Versorgung der Haut und Unterhaut und bei längerem Verlauf zum „Offenen Bein“ im betroffenen Bereich führen. Das Offene Bein, medizinisch „Ulcus“, „Ulkus“ oder „Ulcus Cruris“, ist ein Geschwür, das bis ins Unterhautfettgewebe reicht.

Außerdem können in der stehenden Blutsäule der Krampfadern (Varizen) leicht Gerinnsel entstehen, sogenannte „Thromben“. Wird ein Gefäß durch einen solchen Thrombus verstopft, spricht man von einer Thrombose. Diese kann zu einer lebensgefährlichen Embolie werden, wenn sich ein Gerinnselpropf losreißt, auf natürlichem Weg über die Blutbahn in die Lunge gelangt und hier zum Verschluss von Lungengefäßen führt.

Verschließen sich Venen, die oberflächlich unter der Haut verlaufen mit einem Thrombus, kann sich die Vene entzünden und vereitern. Eine oberflächliche Venenentzündung wird „Thrombophlebitis“ genannt. Gelangen Eitererreger der Entzündung in die Blutbahn, kann das schwerste Krankheitsbilder wie eine „Blutvergiftung“ beziehungsweise eine „Sepsis“ auslösen.

Welche Formen von Krampfadern gibt es?

Es gibt unterschiedliche Formen von Krampfadern. Je nachdem, wo sie auftreten, sind zu unterscheiden:

  • Krampfadern der Stammvenen, die an der Innenseite des Beines und an der Hinterseite der Wade verlaufen
  • Krampfadern der Perforansvenen, welches Querverbindungen zwischen tiefen und oberflächlichen Venen sind
  • Krampfadern der Seitenastvenen, welches ein weit verästeltes Netz in der Haut und Unterhaut darstellt. Treten Krampfadern ausschließlich in den Seitenastvenen auf, hat dies in der Regel keinen nennenswerten Einfluss auf die Blutzirkulation und ist somit nicht krankhaft.
  • Besenreiser sind kleinste Venen, die innerhalb des Hautniveaus auftreten. Wie die Seitenastvarikosis haben auch sie keinen nennenswerten Einfluss auf die Blutzirkulation und stellen eher ein ästhetisches denn ein medizinisches Problem dar, selbst wenn sie infolge von Stammvenenkrampfadern entstehen.

Wie werden Krampfadern diagnostiziert?

Bei Krampfadern ist es besonders wichtig, diagnostisch die eigentliche Ursache und die Ausprägung der Erkrankung festzustellen. Die oberflächlich sichtbaren Krampfadern sind in der Regel Folge erkrankter tiefer liegender Venen. Je exakter die „Quellgebiete“ erfasst werden, desto schonender und langfristig erfolgreicher kann die Therapie erfolgen.

Die diagnostisch-instrumentelle Ausstattung unserer Praxis stellt eine Besonderheit dar. Sie ermöglicht eine umfassende Abklärung ohne zusätzliche Termine und Wartezeiten. Wir sind die erste Praxis in Deutschland, die das derzeit modernste Phlebologie-3-D-Ultraschallgerät von der Firma ESAOTE zur Verfügung stellt. Ansonsten kommt es nur in Kliniken zum Einsatz. Dies ermöglicht eine derart präzise Abklärung der Venenerkrankung wie sie bislang kaum möglich war.

Nach einer ersten Betastung stellt die Ultraschalluntersuchung den Standard in der Krampfaderdiagnostik dar. Durch die hohe 3-D-Auflösung ergibt sich schon ein sehr genaues Bild. Je nach Art und Ausprägung der Erkrankung kommen zusätzlich zur Sonografie (Ultraschall) Diagnoseverfahren wie

  • Licht-Reflexions-Plethysmografie (schmerzlose, unblutige Untersuchung zur Beurteilung der arteriellen und venösen Durchblutung der Beine)
  • Thermografie (schnelle und genaue Identifizierung kranker Venen, kranker Arterien und entzündeter oder schlecht durchbluteter Gewebspartien der Beine)
  • Sauerstoff-Messung an den Zehen (Messung Sauerstoffgehalt des Blutes),
  • Computergesteuerte hochauflösende Fotodiagnostik (zeigt die Symptome an der Haut und dokumentiert sie im Verlauf der Behandlung)

zum Einsatz.

Ausführliche Informationen zur Diagnostik finden Sie im entsprechenden Kapitel Diagnostik Krampfadern München Dr. Netzer.

Wie werden Krampfadern behandelt?

Krampfadern (Varizen) werden abhängig vom Stadium und ihrer Ausprägung unterschiedlich behandelt.
Unterschieden werden vier Stadien:

Stadium I = Anfangsstadium

Zu Beginn verursachen Krampfadern meist keine Probleme und werden eher als ein ästhetisches Problem empfunden.

Stadium II = Schwere Beine

Im Verlauf einer Venenerkrankung leiden Betroffene oft unter einem Gefühl von Schwere und Spannung in den Beinen. Im Liegen und bei Bewegung werden diese Symptome besser, da der Blutfluss in den Venen angeregt wird. Bei Wärme verschlimmern sich die Symptome. Auch nächtliche Wadenkrämpfe sind typisch.

Stadium III = Wasseransammlungen (Ödeme) in den Beinen

Je länger die Blutzirkulation gestört ist und der Blutstau in den Venen anhält, desto stärker werden die Gefäßwände strapaziert. Blutabbauprodukte, Flüssigkeiten und Eiweiße werden aus den Krampfadern ins umliegende Gewebe gepresst. Wasser sammelt sich in den Füßen und Beinen, Ödeme (Flüssigkeitsansammlungen) entstehen. Zudem verursachen die ständigen Blutstauungen rötliche, juckende Hautveränderungen. Die Haut wird auch dünner („Pergamenthaut“) und verletzungsanfälliger.

Stadium IV = Offenes Bein (Ulcus Cruris)

Wird das umliegende Gewebe infolge des lang anhaltenden Blutstaus nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, heilen auch kleine Verletzungen nicht mehr richtig ab. Es bilden sich Geschwüre (= Ulzera) in der Haut und es kommt durch Absterben von Gewebe zu einem sogenannten Offenen Bein (Ulcus Cruris).

Wir legen größten Wert auf eine stadiengerechte und individuell angepasste Therapie. Dies heißt unter anderem, dass nicht immer gleich eine Entfernung der gesamten Venenstämme erfolgt, wenn zum Beispiel nur kleine Abschnitte erkrankt sind. So ist gewährleistet, dass nur kranke Venen entfernt werden und gesunde Abschnitte beispielsweise noch für eventuelle Bypass-Operationen zur Verfügung stehen. Wir arbeiten so gewebeschonend wie möglich und setzen ausschließlich sogenannte minimal-invasive Therapieverfahren ein. Anhand der Diagnosebilder erläutern wir die Ausprägung und den Verlauf der Varikosis mit den jeweiligen Therapieoptionen.

In der chirurgischen Behandlung von Krampfadern praktizieren wir ausnahmslos sogenannte schnittlose Katheterverfahren wie Radiofrequenz, Laser und Heißdampf.

Stadiengerechte Behandlung

Je nach Ausprägung und Stärke der Krampfadern kombinieren wir unterschiedliche Verfahren, was eine Behandlung in einer Sitzung (all-in-one), inklusive Seitenastvenen und Besenreisern möglich macht, selbst wenn mehrere Venen und beide Beine betroffen sind.

Als Privates Institut für Venenchirurgie sind wir hochspezialisiert. Wir diagnostizieren und therapieren ausschließlich Erkrankungen der Venen und Lymphgefäße. Durch die Spezialisierung ist innerhalb von 30 Jahren wertvolles Expertenwissen mit einem riesigen Erfahrungsschatz entstanden.

Wir behandeln insbesondere auch schwierige und ausgeprägte Fälle.

Mehr über unsere Behandlungsverfahren lesen Sie im Kapitel schonende Behandlung Krampfadern München.