Erkrankungen

Angiovenöse Malformation – Behandlung angeborener Gefäßmissbildungen, München

Was sind Angiovenöse Malformationen?

Als Angiovenöse Malformation (AVM) bezeichnet man eine unnatürliche, angeborene Querverbindung zwischen Arterien und Venen, also eine Art „Kurzschluss“ zwischen den beiden Gefäßstrecken. An dieser Stelle fließt das arterielle Blut, das den Zellen Sauerstoff liefert, ohne den Weg durch das zu ernährende Gewebe direkt in eine Vene, und bildet dabei ein krankhaftes Gefäßknäuel, welches andere Gewebe verdrängt.

Oft kommt es dabei im Extremitätenbereich zu Wachstumsvermehrung (z.B. ein Bein ist unnatürlich dicker und länger als das andere) und zu intensiv blaurot gefärbten Hautpartien. Es gibt eine große Bandbreite unterschiedlicher angiovenöser Malformationen, zum Teil treten sie auch vergesellschaftet mit anderen angeborenen Störungen im Rahmen sogenannter Syndrome auf, zum Teil auch isoliert. Sehr häufig liegen diese AVM (Angiovenöse Malformationen) im Bereich des Gesichts: sie wachsen beispielsweise durch die Mundschleimhaut hindurch in das Wangengewebe und führen nicht nur zu Entstellung, sondern können sogar durch ihr ungebremstes, meist lebenslanges Wachstum, Strukturen wie den Nasenrachenraum und die Augenhöhlen zerstören.

Wie werden Angiovenöse Malformationen diagnostiziert?

Patienten kommen stets mit bereits deutlich sichtbaren Veränderungen zu uns. Der erste Verdacht ergibt sich also bereits als Blickdiagnose.

Größte diagnostische Bedeutung hat auch hier, die farbcodierte Duplexsonografie (FCDS), welche die Blutgefäßknäuel mit den Blutflüssen darin, präzise darstellen kann. Neben der optimalen technischen Ausstattung (3-D-High-End Ultraschall), wie sie Patienten in unserem Institut zur Verfügung steht, ist auch hier die Erfahrung des Untersuchers von größter Bedeutung: so klar die Veränderung bereits auf den ersten Blick als AVM erkannt werden kann, so diffizil ist die Identifikation der zu- und abführenden Blutgefäße, denen bei der Therapie die Schlüsselrolle zukommt.

In komplexen, ausgedehnten Erkrankungen von Körperarealen oder bei Befall höchst sensibler Regionen (z.B. in der Nähe lebenswichtiger Strukturen), muss eine zusätzliche Kernspin- oder Computertomografische Untersuchung (unter der Gabe von Kontrastmitteln) die Diagnostik ergänzen.

venendiagnostik muenchen 02 - Angiovenöse Malformation

Was lassen sich Angiovenöse Malformationen behandeln?

Zeigen die Ergebnisse der in unserem Institut durchgeführten Untersuchungen eine Eignung des Falls für eine minimal-invasive Kathetertherapie, so wird ein Behandlungstermin in der Klinik vereinbart.

Dort werden (unter Narkose) alle zuvor identifizierten und behandelbaren Blutgefäße mit feinen Kathetern punktiert (also ohne Schnitte anzulegen) und dann mittels radiofrequentem Wechselstrom, Heißdampf, Laser und Verödung behandelt. Meist sind dazu mehrere Operationssitzungen, im Abstand von einigen Wochen oder Monaten, erforderlich.

Zusätzlich ist regelmäßig die Anwendung von Kompressionskleidung nötig. Selbstverständlich nicht, wenn die AVM im Gesicht auftritt. Es gibt natürlich Fälle geringerer Schweregrade, in denen sogar nur eine einmalige Behandlung in der Praxis erfolgreich ist. In der Regel aber, bedürfen die komplexeren Fälle einer wiederholten Therapie.

Kosten der Behandlung

Die Kosten der Therapie sind identisch mit denen für eine Venenbehandlung am Bein und können in unserem Institut immer, aber nur nach eingehender Untersuchung zur Evaluierung des Individualfalls, als Kostenvoranschlag eingeholt werden.

Viele private Krankenversicherungen übernehmen die Behandlungskosten in Gänze oder zum großen Teil, bei gesetzlichen Versicherungen lohnt in jedem Fall der Versuch einer Kostenübernahme durch Stellen eines entsprechenden Antrags, der nach der Untersuchung und vor der Therapie gestellt werden sollte: Auch die gesetzlichen Versicherungen sind oftmals bereit, die Behandlungskosten zu übernehmen, wenn die Schwere der Erkrankung und ein darauf abgestimmtes, wissenschaftlich vernünftig nachvollziehbares Therapiekonzept vorgelegt werden kann.

Bitte beachten Sie, dass gutachtliche ärztliche Stellungnahmen und Kostenvoranschläge an die Versicherer, gemäß der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Rechnung gestellt werden müssen.