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Lipödem, Beschwerden, schmerzhafte Beine, Therapie

 

Viele Frauen – und wenige Männer - leiden unter einem Lipödem, das ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt, aber von den wenigsten Ärzten als solches erkannt und von den Versicherungen als solches anerkannt wird.

Das Lipödem zeichnet sich vor allem durch folgende Symptome aus (die nicht zwingend alle vorhanden sein müssen):

  • unproportionale Vermehrung des Unterhautfettes an der unteren Extremität, oft bei schlankem Oberkörper
  • schwere, gestaute Beine mit Schwellungen insbesondere am Abend
  • berührungsempfindliche, teilweise empfindlich schmerzhafte Beine
  • sehr leichte Blutergussbildung bei wirklichen Bagatellverletzungen oder heftigeren Berührungen durch ein brüchiges Kapillarsystem

Dieses Krankheitsbild belastet die Frauen (es tritt fast ausschließlich beim weiblichen Geschlecht auf) nicht nur durch das unförmige Aussehen, sondern auch wegen der oft erheblichen Stauungsbeschwerden sehr. Manchmal findet sich erschwerend noch eine Krampfadererkrankung, oft aber kommt das Lipödem alleine vor, bevorzugt tritt es ab dem dritten Lebensjahrzehnt und nach Schwangerschaften auf.

Unbehandelt führt das Lipödem zu immer stärkeren Beschwerden und, durch einen zunehmenden Funktionsverlust der wichtigen Lymphgefäße, zu chronisch gestauten und schmerzhaften Beinen mit teilweise starker Bewegungseinschränkung im höheren Lebensalter.


Diagnostik



modernes Duplex-Sonografie-Gerät im Laptop-Format, mit dem man eine präzise Venendiagnostik ohne belastende Kontrastmittelgaben und Röntgenaufnahmen (Phlebographie) durchführen kann
Zunächst einmal muss das Unterhautbindegewebe und Fettgewebe der Beine genau mittels Ultraschall untersucht werden und gleichzeitig müssen die inneren und oberflächlichen Venen der unteren Extremität mithilfe der Duplex-Sonografie auf ihre Funktionsfähigkeit hin untersucht werden.

Röntgenologische Lymphgefäßdarstellungen (Lymphographie oder Szintigrafie) bringen keinen Erkenntnisgewinn, der für die Therapie einen entscheidenden Nutzen brächte und können daher ebenso als verzichtbar angesehen werden, wie Computer- oder Kernspintomographie des Unterhautgewebes. Der erfahrene Arzt kann aufgrund der körperlichen Untersuchung, der Sonografie und der Krankengeschichte eine eindeutige Diagnose stellen.

 

Therapie

Wenn ein Schaden an den oberflächlichen Venen im Sinne einer Krampfadererkrankung (Varikosis) vorliegt, so sollte dieser behoben werden. Da man beim Lipödem natürlich ganz besonders auf die Erhaltung aller Lymphgefäße achten muss, ist hier den modernen „minimalinvasiven“ verfahren (wie der Radiowelle, VNUS-Closure) Vorzug vor den konventionellen Methoden, wie dem „Stripping“ zu geben. Liegt kein solcher Venenschaden vor, muss natürlich die Sanierung auch nicht hier angreifen.

Zur Symptomlinderung – aber leider auch nur dafür – eignen sich die Verfahren der Lymphdrainage: sowohl die manuelle Lymphdrainage, als auch die sogenannte „komplexe Lymphdrainage“ und die mechanische Lymphdrainage mittels automatisch sich aufblasenden Beinmanschetten, bringen Erleichterung.

Ebenso können die schmerzhaften Folgen des Lipödems durch das konsequente Tragen entsprechender Kompressionsstrümpfe oder – strumpfhosen gelindert werden.

All diese Maßnahmen ändern aber nichts dauerhaft am Beinumfang und an der unnatürlichen Fettmenge unter der Haut, in der sich die Lymphe sammelt. Praktisch keinen Effekt haben interessanterweise Sport und Diät.

Gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie ist eine Reduktion des Unterhautfettes durch operative Maßnahmen eine sinnvolle Therapie, welche in der Lage ist, oft dauerhaft die Beschwerden zu lindern und gleichzeitig eben auch den Umfang der unförmigen Extremitäten zu reduzieren.

Dies geschieht beim Lipödem durch eine gezielte Fettabsaugung mit feinen (evtl. mechanisch vibrierenden) Kanülen in der „Nass-Technik“, da hier (im Vergleich zur herkömmlichen trockenen Technik) praktisch keine Lymphgefäße verletzt werden.

Diese Fettabsaugung beim Lymphödem erfordert sehr hohen Erfahrungsschatz des ausführenden Chirurgen mit der Technik der Fettabsaugung und sollte nur von Ärzten ausgeführt werden, die gleichzeitig ausreichende Kenntnisse in der Behandlung von Venenkrankheiten haben.

Unser Institut

An unserem Institut werden seit 1994 Fettabsaugungen ausgeführt, die Erfahrung damit geht in die Tausende von Eingriffen. Wir bieten den Eingriff ambulant und stationär (auf ausdrücklichen Wunsch) in örtlicher Betäubung und Tumeszenz-Lokalanästhesie oder in Narkose an und folgen dabei insbesondere den Regeln der strikten Schonung von Gefäßen und Lymphgefäßen. Auch eine gleichzeitige Sanierung eventueller Venenschäden ist in Radiowellentechnik (VNUS-Closure) möglich.

Die gleichzeitige Sanierung von Venenschäden in einer Sitzung mittels Radiofrequenztherapie oder endoskopischer Venensanierung (und gegebenenfalls kombiniert mit Mikroschaumverödung und Besenreiser-Laser) und der Liposuktion wird in keinem anderen uns bekannten Institut in Europa angeboten und durchgeführt.

Bei uns werden die Patienten gleichzeitig von Spezialisten der verschiedenen Fachrichtungen in ein und derselben Sitzung behandelt:

  • dem Spezialisten für die maximal schonende und effiziente Venensanierung und
  • dem Spezialisten für Fettabsaugung im Naßverfahren mit Vibrationskanülen, einem entsprechend ausgebildeten und erfahrenen plastischen Chirurgen

Auf diese Weise erreichen wir ausgezeichnete Ergebnisse in einer verhältnismäßig kurzen Behandlungszeit. Bitte bedenken Sie aber, dass jeder Fall anders gelagert ist: erst die genaue Untersuchung der Beine durch beide Spezialisten an unserem Institut mittels Duplex-Sonographie, B-Bild-Sono und ggf. weiteren Methoden zeigt, ob wir den Fall in der geschilderten Weise und der stets notwendigen Sicherheit und Risikoarmut behandeln können: wir gehen keine unnötigen Risiken ein und werden deshalb auch ungeeignet erscheinende Fälle leider nicht behandeln. Manche Fälle, in denen beispielsweise die erkrankten Venen einen gewissen Maximaldurchmesser überschritten haben, werden wir dann auch lieber in zwei getrennten Sitzungen an den Venen und am erkrankten Fettgewebe behandeln.

Nach der Behandlung müssen entsprechende Kompressionsstrümpfe für mindestens 6 Wochen getragen werden.

Die Kosten der Behandlung

Leider werden die Kosten der Behandlung der Liposuktion beim Lipödem in der Regel nicht von den Versicherungen getragen. Werden gleichzeitig erkrankte Venen behandelt, so werden diese Kosten von privaten Versicherungen in der Regel voll übernommen.

Über die Kosten der Liposuktion informiert Sie genau das Kapitel „Behandlungskosten“.