Warum sind viele Chirurgen gegen Radiowellen und für Stripping?
Objektiv betrachtet – etwa aus der Sicht der internationalen Fachgesellschaften – gibt es da keine Zweifel mehr: die schonenden „neuen“ Verfahren (immerhin seit 1999) werden uneingeschränkt empfohlen.
Nun sind auch Ärzte Menschen und daher nicht immer objektiv.
Ich selbst bin seit 1987 Arzt und habe unter anderem die Einführung der „Schlüsselloch-Chirurgie“ (laparoskopische Chirurgie) in Deutschland erlebt: wir konnten Gallenblasen mit einem großen „Rippenbogenrandschnitt“ in 40 Minuten sauber operieren. Dann kam es zu den ersten „minimalinvasiven“ Schlüsselloch-Operationen der Gallenblase: wir brauchten zwei, drei Stunden und scheiterten dennoch ab und zu und mussten am Ende also doch noch schneiden. Ich sah keinen Sinn in dem neuen Verfahren.
Heute – durch zwei Jahrzehnte Erfahrung mit den Techniken und wesentlich bessere Instrumente – kommt niemand mehr ernsthaft auf die Idee, eine Gallenblase „offen“ zu operieren.
Zehn Jahre lang wenigstens aber kam es zu erbitterten Kämpfen der Lager der Befürworter und Gegner der modernen Operationstechnik.
Genau das Gleiche erlebe ich jetzt wieder mit den modernen Techniken der Venenoperationen, nur – diesmal bin ich durch gute Erfahrungen mit mehreren Tausend eigenen Operationen in Kathetertechnik – auf der Seite der Befürworter.
Die Front der Gegner bröckelt massiv und es bedarf keiner prophetischen Gaben zu sagen, dass es in wenigen Jahren keine „offenen“ Krampfaderoperationen mehr geben wird.
Dr. Florian Netzer
Leiter des PICM
Kategorie: Aktuelles











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